Trägt die Kirche nicht eine schwere Verantwortung für die Zunahme der Weltbevölkerung?

a) Als erstes ist festzuhalten, daß Länder wie Bangladesch, Indien oder China, deren angeblich ernste und vielschichtige demographische Lage uns unentwegt vor Augen geführt wird, keineswegs unter dem Einfluß der Kirche und der christlichen Moral stehen. Indira Gandhi hat 1977 eine schwere Wahlniederlage erlitten, weil ihr Sohn Sanjay gewaltsam lebensfeindliche Maßnahmen durchsetzen wollte, vor allem die Zwangssterilisierung. Die Inder haben diese unmenschlichen Maßnahmen als unannehmbar verworfen und brauchten dazu keineswegs die Kirche.

b) Die Kirche leugnet im übrigen keineswegs, daß es in der Welt Bevölkerungsprobleme gibt, sondern erklärt vielmehr, daß sie ernsthafter Prüfung bedürfen. Sie sagt aber vor allem, daß die Probleme sowohl des Bevölkerungswachstums als auch der Bevölkerungsimplosion in erster Linie moralischer Natur sind und ihre Lösung von den "Strukturen der Sünde" erschwert wird, die im Entwicklungsprozeß zahllose Verzerrungen auslösen.

Das ist es, was mißfällt und von vielen abgelehnt wird.

Quellen der Unterentwicklung und Armut sind in den Augen der Kirche der Egoismus, der Materialismus, die Ungerechtigkeiten, die Unfähigkeit, die Faulheit, die Korruption, die ungleiche Verteilung der Reichtümer, schlechte Organisation usw. Für diese Probleme aber gebe es Lösungen, die da heißen: Menschenrechte, gegenseitige Achtung, Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität und Liebe.

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