Stehen in der Frage der Achtung des menschlichen und insbesondere des ungeborenen Lebens nicht viele Christen im Widerspruch zur Kirche?

Die Achtung des menschlichen Lebens ist fundamentaler Bestandteil der christlichen Identität.1 Die Anerkennung des uneingeschränkten Wertes jedes Individuums ist eine Wesensfrage jeglicher christlicher Moral gleich welcher Ausprägung. Die Anerkennung dieses Wertes ist die Grundvoraussetzung christlicher Moral. Es handelt sich hier nicht um eine Ermessensfrage des einzelnen innerhalb der christlichen Ethik. Diese objektive Wahrheit ist gewissermaßen das Portal, durch das man in die christliche Moral eintritt.

Zweifelsohne stehen in dieser Hinsicht viele Christen im Widerspruch zur Kirche, aber die Tatsache, daß die Menschen "Sünder" sind, kann nicht zu der Schlußfolgerung führen, daß man die Sünde abschafft oder sie als etwas Gutes neudefiniert.

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  1. Eine meisterliche Darstellung dazu findet sich in Jean-Marie Hennaux, Le droit de l'homme à la vie, de la conception à la naissance, Brüssel, ed. de l'Institut d'Etudes Théologiques, 1993.

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