Warum lehnt die Kirche die künstliche Empfängnisverhütung ab?

Als erstes ist eine sorgfältige Unterscheidung der Probleme geboten: Die künstliche Empfängnisverhütung zielt auf eine wirksame Verhinderung der Schwangerschaft ab; die Abtreibung vernichtet ein empfangenes Kind.

Die Kirche verlangt von den Paaren, daß sie die Sexua1ität nicht radikal von der Fortpflanzung abkoppeln, weil sie davon ausgeht, daß die eheliche Liebe ein menschlicher Akt der Liebe ist, der keinesfalls auf ein rein instinktives Verhalten reduziert werden darf. Genauer: Die Kirche mißbilligt die Mittel der künstlichen Empfängnisverhütung, weil diese die Sexualität von ihrem Wesenszweck trennen. Gleichzeitig ermutigt die Kirche jedoch die Christen, mit Hilfe der göttlichen Gnade in der Praxis ihrer Freiheit und Verantwortung zu wachsen und sich in den Fragen der Ehe und Sexualität dementsprechend zu verhalten. Sexualität, Freiheit und Verantwortung sind für sie Bestandteil einer integralen Sicht des Menschen. Sicherlich: Die Forderungen der Kirche in diesem Bereich sind anspruchsvoll, so anspruchsvoll wie überhaupt das Evangelium. Sie sind aber nachvollziehbar. Geburtenbeschränkung, die auf der natürlichen Methode beruht, ist demnach in der Verantwortung der Ehepartner legitim. Hier ist hinzuzufügen, daß die "natürliche Empfängnisregulierung" durchaus erfolgreich sein kann: Der europäische Fruchtbarkeitsrückgang zwischen 1850 und 1960 etwa wurde vor der Pille bewerkstelligt.

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