Wie kann der Wunsch nach dem perfekten Kind zur Abtreibung führen?

Wo das Prinzip gilt, daß ein Wesen zum Dasein zugelassen wird, weil es den Erwartungen entspricht, gut zwangsläufig auch, daß man ihm die Existenzberechtigung abspricht, wenn es den Wünschen nicht entspricht.

Das nicht ausdrücklich gewünschte Kind darf dann aus dem einzigen Grund beseitigt werden, daß es nicht gewünscht war, das die Qualitätserwartungen nicht erfüllende Kind aus dem einzigen Grund, daß es nicht die Qualitäten mitbringt, die man sich von ihm erhofft hat.

Deswegen werden die "Indikationen" für eine Abtreibung immer vielfältiger und zahlreicher. Die Vervielfachung der "eugenischen" oder "orthogenischen" Indikationen ist die Begleiterscheinung einer Sichtweise, die das Kind zum Wunsch- und Sachobjekt reduziert.

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