Erwähnt der Kissinger-Bericht auch die Abtreibung?

a) In dem Bericht (http://www.population-security.org/28-APP2.html - http://www.africa2000.com/SNDX/nssm200all.html) steht zu lesen:

"Obwohl die an dieser Studie beteiligten Stellen zur Abtreibung keine konkreten Empfehlungen aussprechen, müssen doch im Zusammenhang mit einer globalen Bevölkerungsstrategie folgende wichtige Fragen berücksichtigt werden.

Abtreibung

1. Weltweite Praxis der Abtreibung

Bezüglich der Abtreibung sind gewisse Fakten zu beachten:

2. Die Gesetzgebung der USA und ihre Politik in der Frage der Abtreibung

[…] Das AID-Programm [US. Agency für International Development]

Der überwiegende Teil des AID-Hilfsprogramms gilt den Methoden der Empfängnisverhütung und -vermeidung. Dennoch bat AID erkannt, daß die Vermeidungsmethoden in den Entwicklungsländern häufig nicht nur schwer durchsetzbar sind, sondern wegen Unkenntnis, mangelnder Vorbereitung, unsachgemäßer Nutzung oder Arbeitslosigkeit oder aber ganz einfach darum, weil Geburtenbeschränkung im gegebenen Rahmen sinnlos erscheint, auch oft ins Leere laufen. Darum hat in den Entwicklungsländern eine wachsende Zahl von Frauen zur Abtreibung gegriffen, allerdings unter gefährlichen und oft lebensbedrohenden Umständen. Faktisch ist die legale und illegale Abtreibung inzwischen die am weitesten verbreitete Methode der Fruchtbarkeitskontrolle geworden. Da in den Entwicklungsländern die immer mehr verbreitete Abtreibung oft unter gefährlichen Bedingungen praktiziert wird, hat sich AID auf dem Forschungswege darum bemüht, die Gesundheitsgefahren und anderen Komplikationen bei der illegalen Abtreibungspraxis zu reduzieren. Ein Ergebnis war die Herstellung des Menstruations-Regulierungs-Kit, eines einfachen, billigen, sicheren und wirksamen Mittels der Fruchtbarkeitskontrolle, das in den unterentwickelten Ländern leicht nutzbar ist."

[Daran schließen sich Erwägungen über die damals von der amerikanischen Regierung noch verhängten Einschränkungen der Verwendung von AID-Mitteln für Abtreibungszwecke an. Diese Erwägungen enden wie folgt:]

"Die Mittel von AID können auch weiterhin für die Forschung bezüglich der Abtreibung benutzt werden, denn der Kongreß hat die Forschung bewußt von den verbotenen Aktivitäten ausgespart.

Das Amendment und der politische Wille haben als Wichtigstes zur Folge, daß AID nicht mehr an der Weiterentwicklung oder Promotion des Menstruations-Regulierungs-Kit teilnimmt. Es könnten sich jedoch andere Sponsoren oder Organisationen finden, die die Verbreitung dieser vielversprechenden Methode der Fruchtbarkeitskontrolle mit ihren eigenen Mitteln zu fördern bereit sind..."2

b) Diese Entschlossenheit der USA ist 1993 bekräftigt worden und findet sich noch deutlicher in der unter Frage 84, Anm. 10, zitierten Erklärung des amerikanischen Vertreters Timothy E. Wirth:

"Präsident Clinton ist fest entschlossen, das Bevölkerungsproblem an die Spitze der internationalen Prioritäten Amerikas zu setzen. [...] Die amerikanische Regierung ist der Meinung, die Konferenz von Kairo [5.-13. September 1994] würde ihre Pflicht versäumen, wenn sie hinsichtlich der Abtreibung keine Empfehlungen und Verhaltensrichtlinien ausspräche. Unsere Haltung besteht darin, daß wir die Wahlfreiheit der Fortpflanzung unterstützen, einschließlich des Zugangs zur sicheren Abtreibung."

Einmal mehr darf man auf die verlogene Sprachpraxis solcher Grundsatzpapiere verweisen: Nicht um die "Wahlfreiheit der Fortpflanzung" geht es (obwohl es so geschrieben steht), sondern einzig um die "Wahlfreiheit der Fortpflanzungsverhinderung".

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  1. Diese Behauptung ist schlichtweg gelogen: Alle europäischen Staaten haben - wohlgemerkt: lange von der Pille - aufgrund der Fortschritte der Medizin und Hygiene (Verringerung der Sterblichkeit und Verbesserung der Lebenschancen, mithin der geringeren Notwendigkeit einer großen Kinderschar fürs Überleben) - intensiv gesenkt.
  2. Darum auch die Forderung der Kairoer Konferenz, jede Frau habe ein Recht auf "sichere Abtreibung".

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