Häufig wird gesagt, die Reichen und Mächtigen wollten die arme Weltbevölkerung begrenzen, um ihre Reichtümer nicht teilen zu müssen. Sind das nicht düstere Aussichten für die Zukunft der Welt?

Ein Blick in die einschlägigen und allgemein zugänglichen Veröffentlichungen genügt um festzustellen, welch riesige Summen die reichen Länder dafür aufwenden, um die arme Bevölkerung "einzudämmen".1 Ebenso zeigen aus denselben Quellen stammende Veröffentlichungen mit unbarmherziger Klarheit die skandalöse Konzentration des Reichtums. Dennoch wird behauptet, der Süden stelle eine Bedrohung für den Norden dar.

In diesem Hinblick wird die Hilfe für den Süden oft davon abhängig gemacht, daß er kulturell und moralisch schockierende Geburtenbeschränkungkampagnen betreibt.2 Von einigen Seiten wird sogar vorgeschlagen, als Gegenleistung für eine Umschuldung müsse sich die Dritte Welt die radikale Bevölkerungskontrolle zu eigen machen! Die Reichen bekämpfen eindeutig in erster Linie nicht die Armut, sondern die Armen.

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  1. Beispielsweise Inventory of Population Projects in Developing Countries Around the World. 1991-1992, hrsg. vom UN Population Fund, New York 1993.

  2. Vgl. dazu Population and the World Bank. Implications from eight Case Studies, Operations Evaluation Department, Washington, D.C., The World Bank, 1992. Darin ist hinsichtlich des Senegal beispielsweise zu lesen: Die "Empfehlung [die die Weltbank auffordet, sich bei der Hilfegewährung an die senegalesische Regierung dafür zu verwenden, daß diese eine Gesamtebevölkerungspolitik betreibt] wurde angenommen und dahingehend ausgeführt, daß die Verwirklichung einer solchen politischen Erklärung zur Voraussetzung für die Freigabe der zweiten Tranche des dritten Anpassungskredits gemacht wurde". Des weiteren wurde aufgrund der Annahme dieser Politik und der Rolle der Weltbank" das Projekt der menschlichen Ressourcen im Senegal ausgearbeitet und im April 1991 vom Verwaltungsrat verabschiedet. Eine Verhandlungsbedingung war die Aufhebung der Beschränkungen betreffend die Bereitstellung von Dienstleistungen der Familienplannung. [...] Dazu mußte das Nationale Familienplanungsprogramm amtlich verabschiedet werden." S.a. die Weltbank-Studie Sub-Saharan Africa: From Crisis to Sustainable Growth, Washington, D.C., 1989, S. 6.

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