Läßt sich diese Kampagne nachweislich belegen?

Als erstes ist der Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen für das Jahr 1991 zu nennen. Er empfiehlt die verstärkte Verbreitung chemischer, mechanischer oder chirurgischer Methoden der Empfängnisverhütung. Zwar wird die Abtreibungspille RU 486 nicht ausdrücklich genannt, aber doch häufig indirekt erwähnt, wenn von "neuen Methoden der post-koitalen Empfängnisverhütung die Rede ist. Dabei wird erklärt, etwaige juristische Hindernisse für die Verbreitung dieser Methoden müßten ausgeräumt werden.

Als zweites ist die Weltgesundheitsorganisation zu nennen. Diese UN-Sonderorganisation hat in einem Bericht von 1992 dargelegt, warum und wie sie die Erforschung der menschlichen Fortpflanzung finanziell unterstützt.1 Deutlich geht daraus hervor, daß die WHO die Herstellung und Verbreitung von Medikamenten zur Bevölkerungskontrolle in den armen Ländern nicht nur mit ihrer Autorität sanktioniert, sondern auch finanziell unterstützt. Dazu zählen auch Medikamente, die eine Frühabtreibung verursachen können.

Mögen diese Institutionen den Vorwurf auch noch so empört von sich weisen: Sie begünstigen sehr wohl die Praxis der Abtreibung und reihen sie in die Methoden der radikalen Geburtenbeschränkung ein.

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  1. Vgl. Reproductive Health: A Key to a Brighter Future. Biennial Report 1990-1991. Special 20th Anniversary Issue, WHO, Genf 1992.

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