Stellt die Abtreibung eine moderne Methode der Diskriminierung dar?

Geschichte ist weitgehend, wie Marx richtig sah, ein "Klassenkampf" in dem Sinne, daß sich Stärkere und Schwächere nicht nur um materielle Fragen stritten, sondern auch um mehr Macht bzw. mehr Gerechtigkeit. Die Geschichte Europas ist zudem dadurch gekennzeichnet, daß sich das Augenmerk speziell auf den Schutz des Individuums vor Machtwillkür richtete; dies schlug sich bereits im Kampf der griechischen Städte für ihre politische Freiheit gegenüber dem als tyrannisch empfundenen Machtanspruch des persischen Großkönigs nieder.

Dennoch wimmelt es in der Geschichte von Beispielen der Diskriminierung. Gleichzeitig lehrt sie, daß der Kampf gegen diese Diskriminierungen und die sie begleitenden Privilegien ein kraftvoller Antrieb für eine gerechtere Gesellschaft war, die in der Demokratie einen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.

Diskriminieren heißt immer nach Gründen suchen, um Menschen auszubeuten, zu versklaven oder zu töten. Manchmal geht dabei mit einer objektiven Schwäche auch eine rechtliche Schwäche einher.

So hat das Naziregime Juden, Zigeuner, "Untermenschen" diskriminiert. In Nürnberg nannte man dies "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Seitdem sind diese schrecklichen Erinnerungen im Gedächtnis der Menschheit teilweise verblichen.

In anderen Regimes wurden Dissidenten und Oppositionelle diskriminiert und beispielsweise in psychiatrische Kliniken eingesperrt. Heute werden nicht nur Kinder, ja sogar Erwachsene mit schweren Mißbildungen oder Behinderungen diskriminiert, sondern auch die Armen.

Die Liberalisierung der Abtreibung legalisiert eine neue Form der Diskriminierung, denn ihr fallen äußerst schwache und völlig abhängige menschliche Wesen straflos zum Opfer.

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