Läßt sich im Zusammenhang mit der Abtreibung von "unverjährbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit" sprechen?

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Umfang der Nazi-Greuel erkennbar wurde, sprach man von "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", die gleichzeitig "Verbrechen an der Menschheit" waren. Neben Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen den Frieden stand vor allem dieser Anklagepunkt im Vordergrund der Nürnberger Prozesse.

Zu diesen Verbrechen zählte die Anwendung nicht menschenrechtskonformer Ideologien, welche Mord, Massenvernichtung, Völkermord, Folter, willkürliche Verhaftung usw. als legitime politische Regierungsmittel gebrauchten. Seit dem am 26. November 1968 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten Übereinkommen gelten diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit als unverjährbar. Unverjährbar sind sie, weil sie namens eines dem Menschen ins Herz geschriebenen und aller positiven Gesetzgebung voraufgehenden Gesetzes immer verurteilt werden müssen.

Nürnberg hat gezeigt, daß die Naziverbrechen gegen die Menschlichkeit nicht verjähren können, weil sie im Namen durch und durch ungerechter Gesetze geschahen. Ungerecht waren diese Gesetze, weil sie die unveräußerlichen Rechte aller Menschen aufs schwerste mißachteten.

Die universelle Menschenrechtserklärung von 1948 zog die Lehren aus dem letzten Krieg und aus dem Prozeß. Sie erläuterte und erklärte die entscheidenden Gründe, aus denen es galt - und immer noch gilt -, den Nazismus zu bekämpfen, seine Verbrechen zu verurteilen und sein Wiedererstehen zu verhindern.

Die Liberalisierung der Abtreibung stellt nun ihrerseits die Grundprinzipien in Frage, auf denen die Verurteilung des Nazismus beruht. Zudem widerspricht das positive Recht auf Abtreibung dem Gesetz, das der Mensch im Herzen trägt.

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